Montag, 25.02.2008
Anyway am Ende?
Besucher der Kölner Jugendgruppe fordern Selbständigkeit
(dbna.de) Es ist Not am Mann und Zeit zum Handeln aus Sicht der Besucherinnen und Besucher des schwul-lesbischen Jugendzentrums „anyway“. Mit einem Hilferuf wenden sie sich am Dienstag, den 25. Februar 2008, an den Jugendhilfeausschuss der Stadt Köln. Daniel Nott, Sprecher der Besucherinnen und Besucher, erklärt das Anliegen: „Wir fordern, dass unser Jugendzentrum aus der Trägerschaft des 'Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V.' entlassen und verselbstständigt wird.“
Hintergrund dieser Verzweiflungstat ist, dass seit Oktober des letzten Jahres, als überraschend neue Geschäftsführer kamen und die erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen abgesetzt wurden, das Jugendzentrum immer häufiger geschlossen ist. Mit den Worten „Jeder ist ersetzbar“ wurden die Jugendlichen vom Vorstand schroff abgewiesen, als sie eine Erklärung wollten.
Das waren die letzten Worte von der Seite der Verantwortlichen dazu. Die Bedenken und Zweifel bei den Jugendlichen wachsen dagegen seitdem immer mehr. "Wir haben kein Vertrauen mehr in den Trägerverein und bezweifeln, dass unser Wohl an erster Stelle steht“, sagte Katharina Abels, ebenfalls Sprecherin der Besucherinnen und Besucher. "Die schwul-lesbische Jugendarbeit in Köln geht den Bach runter."
Selbst auf einen offenen Brief mit gut 120 Unterschriften der Betroffenen reagierte der Trägerverein nicht. Daher wendet man sich nun an den Jugendhilfeausschuss der Stadt Köln. "Wir hoffen, dass dieser destruktive Zustand bald ein Ende findet“, erklärten die beiden Sprecher Nott und Abels.
So findet die Aktion am 26. Februar 2008 um 14 Uhr vor dem historischen Rathaus Köln statt.
Das Jugendzentrum „anyway“ wurde 1998 und feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Es war in der gesamten Bundesrepublik Deutschland das erste Projekt seiner Art und ist seitdem die wichtigste Anlaufstelle für schwule und lesbische Jugendliche. Dabei wird das Jugendzentrum nicht nur von der Kölner Jugend genutzt, sondern findet regen Zulauf von vielen Besucherinnen und Besuchern, die aus dem Kölner Umland stammen.


